Die Künstlerin über das Projekt

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Presse
VISION
Wie schon J.-S. Bach vor ihm, spielt L. van Beethoven eine tragende Rolle in der Entwicklung des Violoncellos. Seine fünf Sonaten für Violoncello und Klavier, seine drei Variations-Zyklen und sein Tripelkonzert steigern die Ausdrucksmöglichkeiten des Instrumentes auf bis dato ungekannte Weise. Indem er das Instrument wie kein Zweiter mit höchster lyrischer Ausdruckskraft und vornehmer Kantabilität versieht, bereitet er den Weg für die Komponisten nach ihm. In welcher Weise und in welchem Maß beeinflusste seine so durchkomponierte und visionäre letzte Sonate, Opus 102/2, J. Brahms und R. Strauss, zwei Komponisten mit so unterschiedlichem wie idiosynkratischem Stil?
FUGATO
Das vorliegende Album führt seinen Zuhörer in eine Reise durch das deutsche romantische Repertoire mit gleichzeitigem Blick auf die Kraft der Tradition, die Wirkung des Originellen und die Tragweite des Innovativen.
Mit dieser letzten Sonate für Violoncello und Klavier bricht Beethoven mit den Traditionen des Genres, als wolle er sich an künftige Generationen wenden. Dem Unverständnis seiner Zeitgenossen entgegnet er knapp: « Das Verständnis wird kommen ».
Es brauchte die Erfahrung der vier vorigen Sonaten, um die fünfte, ein Werk von unglaublicher Dichte, ein perfektes Gleichgewicht zwischen den beiden Instrumenten erreichen zu lassen. Erst hier kann das Violoncello seine vollen Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln : Diese fünfte Sonate schließt mit einer meisterlichen und visionären Fuge, die die nachkommenden Generationen inspirieren sollte.
Wo Beethoven in die Zukunft blickt, so orientiert sich Brahms sehr stark an den werten Meistern der Vergangenheit. Er bewundert besonders Bach und Beethoven, deren Erbe für ihn eine große Inspirationsquelle darstellt. Seine e-moll-Sonate ist dafür ein gutes Beispiel, da der erste Satz sich an der alten Form des Menuetts orientiert und den letzten eine Fuge von ebensolcher Größe bildet wie die aus Beethovens Op. 102/2. Trotz der offensichtlichen Anleihen bei Werken der Vergangenheit stellt Brahms seine Originalität unter Beweis, indem er diese alten Formen stilisiert und ihnen seine persönliche Färbung verleiht.
Strauss wächst in der Verehrung Beethovens und Bachs auf.
Als Strauss mit 20 Jahren seine Sonate Op. 6 vorstellt, ist dieser Einfluss unverkennbar; zunächst einmal durch die verschiedenen fugierten Passagen, die in allen drei Sätzen der Sonate immer wieder aufscheinen. Diese Fugati geben dem Werk einen Duft von Früher und eine Strenge, die es ein wenig ins Konservative setzen. Dem entgegen stehen jedoch die vielfältigen kunstvollen Aufbrüche ins Lyrische, die den Strauss im Zenit seines Schaffens ankündigen. Trotz seiner sehr großen Jugend und seiner Bewunderung für Beethoven und Brahms gelang es Strauss, seinen eigenen Weg zu finden, einen Weg, der ihn zur Originalität und Modernität einer Elektra führen sollte, bevor er ihn in konservativere Gegenden zurückführen sollte.
ESTELLE REVAZ & FRANCOIS KILLIAN
Estelle Revaz und François Killian lernten sich 2011 in der Schweiz kennen und haben seitdem eine enge musikalische Beziehung entwickelt. Diese ist geleitet von einem sehr einvernehmlichen Blick auf die verschiedenen deutschen und französischen Interpretations-Schulen. Das Projekt FUGATO erlaubte den beiden Musikern, den künstlerischen Austausch mit zentralem Repertoire für ihre jeweiligen Instrumente zu vertiefen, ohne dabei die Spielfreude zu verlieren, die nur dem erhalten bleibt, der bereit ist, sich auf das enge musikalische Miteinander und beständig auf Neues einzulassen.
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ESTELLE REVAZ
Die österreichisch-schweizerische Cellistin Estelle Revaz spielt regelmäßig in zahlreichen Ländern Europas, Asiens und Südamerikas. Sie wird häufig zu anerkannten Festivals wie dem Gstaad Menuhin Festival, dem Verbier Festival, dem Internationalen Festival von Colmar oder dem Festival Pablo Casals mit Partnern wie Gautier Capuçon, Renaud Capuçon, Alexandra Conunova, Raphaëlle Moreau, Tai Murray, Lena Neudauer, Sergey Ostrovsky, Tedi Papavrami, Pierre Génisson, Ralph Manno, Finghin Collins, Anais Crestin, Christian Chamorel, Gaspard Dehaene, François Dumont, François-Frédéric Guy, François Killian, Cédric Pescia oder dem Quatuor Sine Nomine eingeladen. Sie konzertiert regelmäßig in renommierten Sälen wie der Victoria Hall, dem Paul Klee Zentrum, dem Musée du Louvre, dem NCPA in Beijing, dem Oriental Art Center in Shanghai, dem CCK in Buenos Aires oder dem Auditorium del Sodre in Montevideo.
Ihre Auftritte mit Orchester zeigen die Breite ihres Repertoires, von den Konzerten Bachs bis hin zu Konzerten Guldas oder Ligetis. Ab der Saison 17/18 ist Estelle Revaz auf drei Jahre Artist in Residence beim Genfer Kammerorchester. Eines ihrer zahlreichen Projekte ist auch die Einspielung eines CD-Albums mit Konzerten von F. Martin und X. Dayer (UA).
Die Kritik hat ihre erste CD Cantique (NEOS 2015), wo sie die Solistin der Konzerte E. Blochs (Schelomo) und A. Pflügers (Pitture- UA) ist, begeistert aufgenommen. LE TEMPS spricht von einer « tiefen, scharfen und anspruchsvollen Platte, auf der das Orchester und die Solistin mit Intelligenz und feinem Gespür spielen ». Ihre Platte für Solocello Bach & Friends (Solo Musica/Sony 2017) wurde auch von der Fachpresse stürmisch begrüßt. Pizzicato schreibt: « Der Klang ist von perfekter Reinheit, die Phrasierung ist äußerst klar und die Dynamiken sind außergewöhnlich subtil. » Anlässlich ihres letzten Duoalbums mit dem Titel Fugato (Solo Musica/Sony 2017), bezeichnet Le Courrier Estelle Revaz als « einen der aufgehenden Sterne einer neuen Generation großer Interpreten » und La Liberté spricht von « einem königlichen Programm, wo das Violoncello prachtvoll singt, schmachtend und voller Kraft. »
Estelle Revaz hatte Auftritte bei Radio France, bei der RTBF, beim Deutschlandfunk, beim WDR3 sowie bei der Radio Télévision Suisse. Neulich hat Estelle Revaz 5 Sendungen Estelle et le violoncelle im Schweizer Rundfunk geleitet und dabei 5 Themen präsentiert : Der Klang des Violoncellos, Die Technik des Violoncellos im Dienst des Ausdrucks, Die Interpretation durch die künstlerische Auswahl, Das Violoncello, ein Geschichtenerzähler und Die Zauberei der Inspiration durch die Cellokonzerte.
Nach ihren Anfängen in der Schweiz wurde sie in Frankreich am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse de Paris unter Jérôme Pernoo sowie in Deutschland an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Maria Kliegel ausgebildet.
Seit 2015 ist Estelle Revaz Mitglied des «Forum des 100»: 100 Persönlichkeiten, die die Zukunft der Schweiz vertreten.
Zur Zeit spielt Estelle Revaz auf einem Violoncello von G. Grancino (1679) und mit einem Bogen von J. Eury (1825). Beides wurde ihr von großzügigen Schweizer Mäzenen zur Verfügung gestellt.
FRANCOIS KILLIAN
François Killian ist Preisträger der bedeutendsten internationalen Wettbewerbe, dem Chopin-Wettbewerb Warschau, dem Artur Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv, oder auch den Piano Masters von Monte Carlo. 1981 gewann François Killian den ARD-Wettbewerb in München.
François Killian trat mit dem Orchestre Philharmonique de Radio-France, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Saarbrücken, dem Prager Sinfonie-Orchester, dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, dem Philharmonischen Orchester von Krakau auf, dies mit so bedeutenden Dirigenten wie Emmanuel Krivine, Jesus Lopez-Cobos, Theodor Guschlbauer, Grzegorz Nowak oder auch Radoslav Szulc.
Er konzertiert regelmäßig in den großen Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie, der Tonhalle Düsseldorf, dem Bausaal Essen, der Wigmore Hall in London, dem Théâtre des Champs-Elysées oder der Salle Gaveau à Paris mit musikalischen Partnern wie Natalie Dessay, Nobuko Imai, Gustav Rivinius, Philippe Bernold oder Jacques Zoon.
François Killian wurde nicht nur zum anerkannten Interpreten von Beethoven, Brahms, Chopin, Liszt oder Ravel, sondern auch des Babar von Poulenc, der Kakteen von Paul Juon oder des Rain Tree Sketch von Toru Takemitsu.
Die Diskographie von François Killian umfasst viele Alben, die seine beständige Arbeit als Solist und Kammermusiker spiegeln. Sie wurden einhellig von der Musikpresse mit Enthusiasmus kommentiert.
Geboren in Paris, studiert François Killian am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse in Paris in der Klasse von Ventsislav Yankoff. Schließlich perfektioniert er seine Kenntnisse an der Musikhochschule von Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling.
"Breiter Klang, großzügige Phrasierung, dabei fein ziseliert, klare Tempi.
Mit ihrem dritten Album mit dem Titel FUGATO , das kürzlich bei Solo Musica erschienen ist, bestätigt Estelle Revaz die erstaunliche musikalische Reife, die aus der Walliser Cellistin einen der aufgehenden Sterne einer neuen Generation großer Interpreten macht.
Begleitet vom französischen Pianisten Francois Killian zeigt die Musikerin eine orthodoxe und wohlbedachte Version der Sonate op. 102 n. 2 für Violoncello und Klavier. Eine sensible Komplizität liegt dieser sehr eingängigen Interpretation der kontrapunktischen Bögen eines von der Fuge verzauberten Beethoven zugrunde. Angenehm sinnliche Atmosphäre in der Sonate opus 38 von Brahms und polyphones, elegisches und quasi symphonisches Feuerwerk in der Sonate Op.6 des jungen Richard Strauss. Dieses fugierte Duo besitzt die Eigenschaften eines Siegertandems!"
Le Courrier, Juni 2019
"Hören Sie sich sie an ! Ihr Spiel ist lebendig, engagiert, lyrisch und frisch. Sehen Sie sich sie an ! Ihr Gesicht ist wie ein Buch, das Emotionen, Aufrichtigkeit, Sensibilität und Intelligenz vermittelt."
Le Temps, November 2019
"Das Violoncello ist wunderbar gesanglich, verführerisch, kraftvoll. Romantisch, insbesondere in diesem neuen Album der schweizerischen Musikerin Estelle Revaz, in welchem sie großzügig durch das Klavierspiel von François Killian zur Geltung kommt (...) Ein königliches Programm, welches in den verschiedenen Stücken das Kompositionsprinzip der Fuge erstrahlen lässt."
La Liberté, Mai 2019
"Brahms und Strauss klingen leichter bei Estelle Revaz, erlauben sich sogar kleine Pirouetten, ohne jedoch ihre melancholischen Schwingungen zu verleugnen. Estelle Revaz ist ein Traum auf dem Cello."
Elle, April 2019
"Nach ‚Cantique‘ im Jahr 2015 und‘ Bach&Friends‘ im Jahr 2017 stellt Estelle Revaz wiederum ihre herausragenden interpretatorischen Qualitäten in ‚Fugato‘ unter Beweis: Ihr drittes, kürzlich erschienenes Album ist drei Sonaten von Beethoven, Brahms und Richard Strauss gewidmet. Die Cellistin genießt die in jeder Hinsicht vorbildliche Begleitung durch François Killian, einen Pianisten, der über eine ebenso breite wie vielfältige Klangpalette verfügt und in hervorragender Weise die großen Linien des Werks freilegt, wobei er die Feinheit der Details herausarbeitet.
Die Übereinstimmung der beiden Interpreten kommt in Opus 102/2 von Beethoven in breiten Atemzyklen und einem perfekt aufeinander abgestimmten Spiel wunderbar zur Geltung. Estelle Revaz erfüllt die Partitur mit leidenschaftlich erregter Poesie und verfügt dennoch über breit gefächerte Nuancen bis hin zur kontrapunktischen Entwicklung des abschließenden Allegro fugato.
In der Sonate Nr.1 Op.38 von Brahms entwickelt die Cellistin ein Spiel von katzenhafter Beweglichkeit, eine unerschöpfliche Vielfalt von Farben und Stimmungen bei einer Erschließung aller Textstrukturen. Sie wechselt ohne Übergang vom Schatten ins Licht und legt so die wechselnden Gefühlszustände einer Partitur frei, die bald von melancholischer Poesie, bald von heftigen Ausbrüchen erfüllt ist, einschließlich dem fugierten Teil im finalen Allegro.
Die Sonate Op.6 von Richard Strauss, die er zwischen seinem sechzehnten und neunzehnten Lebensjahr geschrieben hat, enthält ebenfalls eine Fugato-Sequenz in seinem Andante ma non troppo des ersten Satzes. In einem gemeinsamen Schwung von Präzision und Lebendigkeit durchlaufen Estelle Revaz und François Killian diese reizende Partitur, indem sie deren dynamische Kontraste in eine ausgewogene und homogene Gesamtkonzeption integrieren. Sie skizzieren deren melodische Linien in einer einzigartigen Mischung aus Stringenz und Sensibilität, wobei sie der lauten und sprunghaften Eloquenz dieses Jugendwerkes zu ihrem vollen Recht verhelfen. Eine inhaltlich klug konzipierte und phantastisch interpretierte Platte."
Scènes Magazine, September 2019
„FUGATO ist dieses Frühjahr erschienen und zeugt von einer großen Begabung. Estelle Revaz, die auf einem Grancino spielt, vertieft die Strahlkraft ihres Spiels mit feingearbeiteten Nuancen, ohne forcieren zu müssen. Ihr Zusammenspiel mit dem Pianisten François Killian überzeugt vollends, so sehr sind die beiden Musiker miteinander im Gleichklang. Drei sehr bekannte Sonaten (Beethoven, Brahms, Strauss), aber eine Interpretation, die ihnen eine völlig neuen Glanz verleiht. Ein wahrhaft gelungenes Werk!“
Le Nouvelliste, August 2019
„Eine Cellistin, die weiß, wie sie ihr Instrument zum Singen bringt und ein Pianist, der ihren lyrischen Höhenflügen folgen kann. Eine neue CD, die sich wirklich lohnt!“
Musicalifeiten, April 2019
"Strahlend! Das Grancino klingt breit und grosszügig!"
24 Heures, Mai 2019
"Eine schöne Harmonie, Resultat der Interpretation den beiden Musikern und der Fähigkeit des Pianisten, den Impulsen des Cellos perfekt zu folgen."
La Revue Musicale de Suisse Romande, August 2019